Musterhäuser und Referenzobjekte in Ihrer Region

Wahrscheinlich haben Sie schon zahllose Prospekte, Grundrisse, Bauleistungsbeschreibungen der einzelnen Hausbaufirmen studiert und konnten hoffentlich eine erste Vorentscheidung treffen. Nun sollten Sie sich verschiedene Hausangebote zu den in Frage kommenden Haustypen einholen.

Beachten Sie jedoch schon bei der Vorauswahl Ihren finanziellen Rahmen. Entscheiden Sie auch vorab, ob Sie das Haus als ein Stein auf Stein gebautes Massivhaus, in Holzständerbauweise (sogenanntes Fertighaus) oder einer anderen alternativen Bauweise (z. B. Lehm, Holz) errichten wollen. Als Laie werden Sie wahrscheinlich den Unterschied zwischen den verschiedenen Bauweisen allerdings erst auf dem „zweiten Blick“ erkennen, so dass Sie Ihre Entscheidung für eine bestimmte Bauweise bei Gefallen eines bestimmten Haustyps in einer nicht favorisierten Bauweise vielleicht nochmal überdenken. Vereinzelt bieten Firmen auch beide Bauweisen an.

Bevor Sie sich jetzt auf den Weg in die verschiedenen Musterhäuser machen, sollten Sie vorab überlegen, was Ihnen bei dem Grundriss Ihres künftigen Hauses wichtig ist und welche Ausstattungsmerkmale Ihnen gefallen.

Hier eine kleine Auswahl:

  • Dach (Form / Deckung /
  • Entwässerung / Aufbauten / Ausbau)
  • Keller (j/n/Nutzung)
  • Außenwände (Material, Dämmung)
  • Fassade (Anstrich / Putz / Verblender)
  • Fenster (Form / Material / Öffnungsart / Anordnung / Rollläden / Fensterbänke)
  • Balkon / Dachterrasse
  • Türen (Eingangstür / Zimmertüren / Einbruchschutz)
  • Treppen
  • Heizung (Heizenergie, System)
  • Bad- und Küchenausstattung
  • Zusatzausstattung
  • (Wintergarten, Garage, Sauna etc.)

Das Aufsuchen eines Musterhauses oder eines Referenzobjektes ist natürlich auch sehr hilfreich, um sich von der Leistungsfähigkeit und der Qualität eines Hausanbieters zu überzeugen. Als Laie hat man so die Möglichkeit, sich an diesem konkreten Beispiel die räumlichen Gegebenheiten vor Augen zu führen. Denn trotz fortschrittlichster Computertechnik und 3D-Animation benötigt man noch immer eine erhebliche Vorstellungskraft, um sich das Modell in Natura vorzustellen. Wenn Sie bei dem Besuch die nachfolgenden Punkte genau beachten, werden Sie sehr schnell einschätzen können, mit was für einer Firma Sie es zu tun haben.

Nicht unwichtig ist der Standort des Musterhauses, welches möglichst in der Nähe Ihres neuen Zuhauses stehen sollte. Denn der Standort repräsentiert auch unzweifelhaft die Verbundenheit zu der Region. Zwar bieten viele Haushersteller ihre Leistungen auch überregional an, aber dennoch ist meist die größte Geschäftstätigkeit im näheren Einzugsgebiet des Standortes. Im Falle von späteren Gewährleistungsmängeln sind auch die Wege nicht weit. Bei größeren, überregionalen Anbietern kann es allerdings notwendig sein, eine längere Wegstrecke in Kauf zu nehmen.

Musterhäuser und Referenzobjekte in Ihrer Region
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Des Weiteren sollten Sie vorab die Öffnungszeiten des Musterhauses prüfen. Empfehlenswert ist es, vorher einen Besuchstermin zu vereinbaren, denn dann ist auch sichergestellt, dass der Verkaufsberater für Sie genügend Zeit hat und Ihre Fragen vollständig und ohne Zeitdruck beantworten kann. Erkundigen Sie sich, wie lange die Firma bereits am Markt tätig ist und welche Referenzen Sie aufzuweisen hat.

Der erste Eindruck ist grundsätzlich der prägendste und kann durchaus schon Schlüsse auf den Qualitätsanspruch des Anbieters zulassen. Also wie präsentiert sich das Musterhaus von außen in seinem Gesamtbild. Dabei spielt die Begrünung, die Zuwegung zum Haus, PKW-Stellplätze und die Umzäunung eine wesentliche Rolle. Das Musterhaus in seiner Gesamtheit muss im Detail nicht Ihren persönlichen Vorstellungen entsprechen, da es sich im Allgemeinen lediglich um ein Referenzobjekt des Anbieters handelt. Trotzdem sind es auch gerade die Details, die man nur bei der Besichtigung eines Musterhauses entdeckt, die den ausschlaggebenden Punkt für die Entscheidung zugunsten des einen oder anderen Anbieters darstellt. Bei der Durchsicht der vielen Hausprospekte und Bau- und Leistungsbeschreibungen verliert man schnell den Überblick und man vergisst schon mal die eine oder andere Kleinigkeit, die aber für sein „Traumhaus“ entscheidend ist. Sieht man diese dann bei der Besichtigung, vergisst man diese nicht mehr so schnell und man kann überprüfen, wie weit diese in den Gesamtkontext des Hauses passen. Oftmals dienen Musterhäuser auch für Bemusterungszwecke. Hier kann der Bauherr sich aus den verschiedensten Detailvorschlägen des Anbieters sein Traumhaus zusammenstellen.

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Haben Sie dann den ersten Schritt über die Schwelle in das Innere des Hauses gewagt, so zählt hier natürlich auch der erste Eindruck. Handelt es sich dabei mehr um einen größeren Bürobetrieb oder ist das Musterhaus von innen hübsch und wohnlich eingerichtet, indem Sie sich selbst wohl fühlen würden. Die Anbieterfirmen zeigen meistens ihre Häuser in den höchsten Qualitätsausstattungen. Erkundigen Sie vor der detaillierten Besichtigungstour, was an dem Haus standardmäßige Ausführung ist und was Sonderwünsche sind. Fast am allerwichtigsten ist jedoch der persönliche Kontakt zum Verkaufsberater, der für Sie genügend Zeit aufwenden sollte und Sie, ohne dabei aufdringlich zu werden, berät. Dabei sollten Sie aussagefähiges Informationsmaterial anfordern, inklusive Baubeschreibung und eines Musterbauvertrages. Falls Ihnen ein verbindliches Kostenangebot zugesagt wurde, prüfen Sie die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Beraters. Schämen Sie sich nicht, gleich offen zuzugeben, dass Sie selbstverständlich mit anderen Hausbaufirmen in Kontakt stehen und die Angebote vergleichen möchten. Ist der Verkäufer dann immer noch genauso freundlich wie vorher, ohne Sie dabei zu bedrängen, so spricht das für ihn.

Besonders interessant sind Musterhäuser, die in den verschiedenen Ausbaustufen erbaut worden sind. So können sich Bauherren, die mit dem Gedanken von Eigenleistungen spielen, genau vorstellen, was auf sie zukommt. Man kann so mit dem Bauherrenberater konkret vor Ort besprechen, welche Eigenleistungen man übernehmen möchte, ohne sich zu überfordern. Oftmals werden gerade Bauherren mit geringeren Finanzierungsmitteln von den möglichen Ersparnissen geblendet und überschätzen sich.

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Eine weitere Besonderheit stellen so genannte Referenzobjekte dar. Hier werden von den Hausbaufirmen bereits erbaute Objekte von Bauherren zu Besichtigungszwecken genutzt. Vorteil hierbei ist, dass man so die verschiedenen Haustypen des Anbieters besichtigen kann und auch die Bauherren des Referenzobjektes nach ihren Erfahrungen befragen kann. Nachteilig sind hier die eingeschränkten Besichtigungszeiten. Eine spontane Besichtigung wie in einem Musterhaus ist nicht möglich. Diese muss mit der Hausbaufirma und den Bewohnern abgestimmt werden.

Eine gute Gelegenheit für die Besichtigung bieten auch Musterhaussiedlungen. Dabei finden Sie an einem Standort von verschiedenen Hausherstellern die unterschiedlichsten Musterhäuser. Gerade wenn man noch unentschlossen ist, welcher Haustyp es sein soll, findet man hier wertvolle Anregungen. So hat man als zukünftiger Bauherr die Möglichkeit, die Häuser direkt in Natura zu vergleichen. Planen Sie für diese Besichtigungstour allerdings ausreichend Zeit ein und erstellen Sie am besten vorab Ihre persönliche Checkliste mit den Punkten, die Ihnen wichtig erscheinen. So können Sie später zu Hause in Ruhe die gesammelten Eindrücke und Informationen auswerten.

Wenn Sie die vorgenannten Punkte bei Ihren Musterhausbesuchen beachten, wird Ihnen das bei der Auswahl des richtigen Anbieters helfen. Seien Sie also kritisch und nutzen Sie das vielfältige Angebot auf den nachfolgenden Seiten und scheuen Sie sich nicht, einen unverbindlichen Besichtigungstermin im Musterhaus zu vereinbaren.

Fabian Möbis