Moderne Fertighäuser

So individuell wie Sie

Der Wunsch vom eigenen Haus ist so alt wie die Menschheit. Es wurde Stein auf Stein oder als Fachwerk gebaut. Auch Holz kam zum Einsatz, so wie heute beim Fertighaus. Die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert entdeckte vorgefertigte Eisen-Elemente für Geschäftshaus-Fassaden, während in den 1920er Jahren Walter Gropius vom Bauhaus die serielle Bauweise für Reihen- und Doppelhäuser erprobte. Inspiriert von Amerikas Massenproduktion im Automobilbereich, sollten auch Wohnhäuser aus vorgefertigten Elementen auf dem Bauplatz zusammengesetzt und wohnfertig gemacht werden.

Gut 100 Jahre später haben es Bauherren heute oftmals mit fließenden Übergängen zwischen Fertighäusern und Massivhäusern zu tun. Die Abgrenzung fällt nicht immer leicht. So schwammige Angaben wie die Lebensdauer, mit circa 90 Jahre beim Fertighaus, werden beim heutigen Tempo der technischen Innovationen und sich wandelnder Wohnwünsche zur beiläufigen Randnotiz. Viel wichtiger ist die Frage: Für welchen Hausträumer ist das Fertighaus die optimale die Lösung? Welche Vor- und Nachteile haben Fertighäuser? Wie finde ich den passenden Anbieter?

Moderne Fertighäuser

Bin ich ein Fertighaus-Typ?

Sie haben Ihr Traumhaus schon direkt vor Augen? Glauben Sie auch, dass es so einzigartig ist, dass es nur Stein auf Stein gebaut werden kann? Mit dieser Annahme liegen Sie falsch, denn es gibt hier zu Lande mehr als 30 Anbieter. Die Allermeisten sind deutschlandweit tätig und somit haben Sie die schöne Qual der Wahl.

Ein kleiner Ausflug in die Statistik zeigt, dass immer mehr Menschen sich für ein Fertighaus entscheiden und es besonders beliebt in Süddeutschland ist. Immerhin lag deutschlandweit im Jahr 2020 der Anteil der Fertighäuser gemessen an allen genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser bei 22,2 Prozent. Noch vor gut 20 Jahren lag der Anteil bei circa 13 Prozent. Gerade in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erreichte der Fertighaus-Anteil bis zu 38,4 Prozent.

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. stellt fest, dass die Putzfassade und Wärmepumpe zu den wichtigsten neuen Merkmalen beim Fertighaus gehören. “Dank effizienter Heiztechnik und intelligenten Konstruktionen erreichen deutlich mehr als 80 Prozent der Häuser einen besonders sparsamen und klimafreundlichen Energiestandard. 58 Prozent der Bauherren sind Familien mit Kindern”, so der BDF. Und für durchschnittlich 300.000 € für ein schlüsselfertiges Fertighaus wird den Bauherren einiges geboten.

Moderne Fertighäuser
© Magda Fischer / fotolia.com

Welche Vorteile und welche Nachteile sollten Sie kennen?

Der Trend zum Fertighaus beruht im Wesentlichen auf Zeitersparnis, fixe Baukosten und hohe Energiestandards. Zudem kommen heute Fertighäuser oftmals aus Holz daher. Dieser beliebte und natürliche Rohstoff liegt nicht nur bei Müsli-Fans und Wollpullover-Freaks im Trend. Familien wünschen sich immer öfter, dass die Kinder in schadstoffarmen und gesundheitlich unbedenklichen Räumen aufwachsen. Dazu sind entsprechend zertifizierte Materialien und eine gute Lüftung der Zimmer notwendig. Was kann das Fertighaus wirklich?

Das Fertighaus bietet die tolle Chance, es vor der Errichtung bereits intensiv mit allen Sinnen zu erleben. In einem Musterhauspark können Sie ohne vertragliche Bindung die Räume entdecken, Fliesen und Parkett-Details prüfen und sämtliche Details vor Ort begutachten. Es ist mit dem Kauf eines Anzugs oder Abendkleids vergleichbar, bei dem Sie am Ende die Länge der Hosenbeine oder einen Rocksaum anpassen lassen. Auch für die vielen Detailentscheidungen stehen Ihnen geschulte Berater zur Verfügung, womit sich Fehler vermeiden lassen.

Der zweite große Vorteil eines Fertighauses liegt in einer nahezu unwahrscheinlichen Fehlplanung. Vielleicht haben Sie auch schon einmal das Haus von Freunden oder Bekannten besucht und sich insgeheim gefragt, wer hat das nur geplant? Das Baukastensystem beim Fertighaus garantiert stets überaus befriedigende und optimale Raumlösungen. Was als Einschränkung in der Planungsfreiheit gesehen werden könnte, kann auch als Absicherung gegen nicht attraktive Lösungen verstanden werden. Fakt ist, dass ein Fertighaus nicht alle Gestaltungsfreiheiten wie ein Stein auf Stein Haus bietet, wenngleich die Anbieter heutzutage auch individuelle Lösungen realisieren – oftmals in Form von verschiedenen Ausstattungsstufen. Und das ist auch ein wichtiger Punkt, denn wer glaubt, dass Fertighausanbieter nur in Schubladen denken, der täuscht sich, denn oftmals können Details ganz individuell geplant werden. Die Flexibilität beruht vielfach auf der Konstruktion, was uns zum nächsten Pluspunkt bringt.

Der dritte Vorteil von Fertighäusern ist das Material, denn sie werden heutzutage aus Holzkonstruktionen mit speziellen Dämmkonzepten errichtet. Die Fertigung erfolgt unabhängig vom Wetter in einer Produktionshalle und erst anschließend werden die Module auf dem Grundstück zusammengefügt. Dies macht eine nahezu ganzjährige Errichtung – selbst bei nur wenigen Plusgraden – möglich. Darüber hinaus sichert die Herstellung in einer Halle eine termingetreue Fertigstellung der Module, denn ihre Produktion unterliegt einem eingetakteten Zeitplan. Auf dem Bauplatz ist das Fertighaus in wenigen Tagen so weit, dass Fenster und Türen eingesetzt werden können und es gegen Wind und Wetter geschützt ist. Ebenfalls fallen lange Trocknungszeiten von Zement und Mörtel weg.

Für ein Fertighaus brauchen die Bauherren nur das entsprechende Grundstück und eine Bodenplatte, damit es aufgebaut werden kann. Die allermeisten Anbieter setzen auf die beliebten Haustypen Bungalow und Einfamilienhaus als 1,5-geschosser oder Stadtvilla. Je nach Anbieter lassen sich alle Wohnwünsche erfüllen. Hinzu kommt, dass bei Fertighäusern die Klima- und Heizkonzepte auf den jeweiligen Haustyp abgestimmt sind und es sich um geprüfte Werte handelt. Somit ist auch in diesem Bereich eine Absicherung gegen kalte und ungemütliche Wohnräume vorhanden. Zudem werden Fertighäuser als Energiehelden mit möglichst geringem Verbrauch geplant und oftmals kommen ihre Bauherren in den Genuss einer KfW-Förderung.

Abstriche beim Fertighaus fallen je nach Priorität mal mehr und mal weniger ins Gewicht. Je nach Marktlage könnte ein Fertighaus nach 30 Jahren weniger von Wert sein als ein Massivhaus. Daher lohnt es sich beim Wandaufbau, der Dämmung, dem Schallschutz und der Verwendung hochwertiger Materialien nicht zu sparen. Diese Faktoren sichern sowohl die Wertstabilität als auch den Wohnkomfort über viele Jahrzehnte.

Moderne Fertighäuser

Wie finden Sie den passenden Anbieter?

Hausbau ist Vertrauenssache, denn oftmals ist es das größte Projekt im Leben einer Familie. Dafür können Übersichten einen sehr nützlichen Einstieg bieten. So hat Capital insgesamt 16 Fertighaus-Firmen unter die Lupe genommen. Darunter die alten Hasen der Branche wie das Traditionsunternehmen Ruf Haus, welches seit 1960 tätig ist, oder das seit 1966 tätige Unternehmen Schwörer Haus und natürlich die “jungen Wilden” wie Allkauf.

Wichtig ist, dass die Unternehmen bundesweit tätig sind, was den großen Unterschied zum Massivhaus ausmacht. Die ab-Preisspanne reicht von 80.000 € bis 425.000 €. Natürlich spielt, für die Erfahrung eines Unternehmens neben dem Unternehmen selbst, auch die Anzahl der fertigen Häuser eine Rolle.

Ein weiteres Qualitäts-Indiz ist die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF), denn diese Fertighaushersteller unterliegen strengen Qualitätsanforderungen und Normen.

Moderne Fertighäuser
© Danhaus GmbH, www.marcusgloger.de

Fazit

Das Fertighaus bietet einen hohen Wohnkomfort, wenn das Haus fachkundig errichtet wurde. Für Bauherren ist es eine bequeme und nachhaltige Lösung, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Immerhin ist die zeitliche Planung sehr übersichtlich und Holz bildet die Hauptkomponente. Je nach Anbieter wird der Aspekt Holz visuell hervorgehoben oder aber die Fassade des Fertighauses bekommt eine Putz- oder Ziegeloberfläche. Und die schlüsselfertige Übergabe sorgt für wesentlich weniger Stress und langfristig mehr Freude am neuen Zuhause.

Das Haus von der Stange gibt es zwar aber wird nur ganz selten gebaut, denn auch beim Fertighaus können Wände versetzt, Erker angefügt und hochwertige Wellness-Bäder eingebaut werden. Somit ist es schon lange kein Haus 2. Klasse mehr, sondern die optimale Lösung in einer sich beschleunigenden Lebens- und Arbeitswelt. Und übrigens, was Sie womöglich beim Fertighaus sparen, können Sie in den Zaun, Carport und Traumgarten mit Pool, Kräuterbeet und Schaukel im Apfelbaum investieren.Dr. Carsten Schmidt

Redaktionelle Werbung

Cookie Consent mit Real Cookie Banner