Muskelhypothek: realistische Planung ist das A und O

Für größere Modernisierungsvorhaben gilt: Wer handwerklich begabt ist, kann durch Eigenleistungen viel Geld sparen. Fachleuten sollte man aber nicht ins Handwerk pfuschen.

Wände tapezieren, Fußböden verlegen, Einbauten vornehmen oder Terrasse und Garten neu gestalten: Wer eine gekaufte oder geerbte Altbau Immobilie auf Vordermann bringen will, kann viele Tätigkeiten in Eigenleistung umsetzen. Baumärkte haben den Bedarf erkannt und bieten Kurse an, in denen man sich zum Heimwerkenden ausbilden lassen kann. Da aktuell viele Handwerksbetriebe ausgebucht und lange Vorlaufzeiten die Regel sind, kann das zur Entspannung der Lage beitragen.

Eigenleistungen genau auflisten

Doch bestimmte Bereiche wie Elektroinstallationen, die Heizungsmodernisierung oder der wärmedämmende Einbau neuer Fenster dürfen nur von Fachkräften durchgeführt werden. „Bei einer Modernisierung kann man zwar sparen, wenn Arbeiten wie Tapezieren, Trockenbauten oder Fliesen selbst ausgeführt werden. Eine realistische Selbsteinschätzung ist aber unabdingbar, um teure Verzögerungen bei anderen Gewerken zu vermeiden“, sagt Michael Wiercioch von der BHW Bausparkasse.

Richtig kalkulieren

Grundsätzlich gilt: Ungeübte Heimwerkende benötigen bis zu 50 Prozent mehr Zeit als Fachleute. Planen sie, bestimmte Leistungen im Rahmen der Modernisierung selbst umzusetzen, sollten sie sich daher mit den Handwerksbetrieben genau abstimmen. „Für selbst ausgeführte Arbeiten gibt es keine Gewährleistung“, so Wiercioch. Ein Beispiel zeigt, wie die Muskelhypothek richtig zu kalkulieren ist: Gerechnet wird mit einem Handwerkerlohn von 40 Euro die Stunde. Um 10.000 Euro durch Eigenleistungen einzusparen, müssten Heimwerkende 375 Stunden einplanen. Gut, wenn man dabei auf die tatkräftige Unterstützung von Freunden oder Familienangehörigen bauen kann. Die sollte man jedoch in jedem Fall gut versichern.

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