Fertigbauweise in Holz

Bei der Fertigbauweise in Holz geht es in erster Linie um vorgefertigte Elemente deren Hauptbestandteil Holz ist. Die bekanntesten Arten sind die Holztafelbauweise und die Holzrahmenbauweise bzw. Holzständerbauweise. Bei der Holztafelbauweise werden die späteren Hauselemente in einem Werk mitsamt Leitungskanälen, Fenstern, Türen und die Außenverkleidung hergestellt. Anschließend werden die großflächigen Außen- und Innenelemente ans Grundstück geliefert und innerhalb weniger Tage steht das Holzhaus in Fertigbauweise. Somit bietet der industrielle Fertigbau in Holz eine deutliche Zeitersparnis, hohe Planungssicherheit und moderne Baustandards.

Merkmale eines Hauses aus Holz in Fertigbauweise

Die Fertigbauweise in Holz wird auch als industrielle Bauweise bezeichnet, da die Herstellung bzw. Fertigung in Werkshallen erfolgt und anschließend werden die vorgefertigten Elemente auf dem Bauplatz wie ein Bausatz zusammengesetzt. Die verwendeten Holzarten sind Fichte, Tanne und Douglasie. Bei der Holztafelbauweise bestehen die Elemente aus einem Rahmen bzw. Riegelwerk mit dazwischenliegenden Gefachen – einzelne voneinander getrennte Kammern – zur Aufnahme der Dämmmaterialien. Die Elemente bekommen eine beidseitige Beplankung mit Gipskartonplatten oder Holzwerkstoffplatten. Auch werden in die Elemente die jeweils individuell vorgeplanten Leitungskanäle für Strom, Wasser, Heizung und Lüftung integriert. Die Tafeln werden an diesen Stellen provisorisch verschlossen, um sie später auf der Baustelle einfach zu öffnen und die Technik einzuziehen. Die Wandstärken und der Wandaufbau variieren je nach Verwendung ob Außen-, Trenn- oder Installationswand. Für eine hohe Energieeffizienz ist eine größere Wandstärke notwendig, um ein zusätzliches Wärmeverbundsystem aufzubringen. So kommt es bei Außenwänden im Passivhausstand zu einer Wandstärke von bis zu 50 cm. Alternativ zur Holztafelbauweise gibt es bei der Fertigbauweise in Holz die Holzständerbauweise. Die Montage erfolgt innerhalb weniger Tage auf der Baustelle. Anschließend werden Dämmung, Fenster, Türen einbracht und es folgt der Innenausbau. Es entfallen lange Trocknungszeiten für Mörtel und Beton.

Vor- und Nachteile

Bei der Fertigbauweise in Holz gibt es zwei deutliche Pluspunkte: Holz als Material für ein harmonisches Raumklima und eine kurze Bauzeit auf einer entsprechend vorbereiteten Baustelle. Der Vorteil von Holz liegt in der universellen Einsetzbarkeit des Baustoffes, es ist stabil, leicht und wächst nach. Die Verwendung von Holz bietet sowohl bei der Herstellung der Fertigelemente als auch beim späteren Wohnen einen nachhaltigen Effekt. Bei der Be- und Verarbeitung von Holz entstehen keinerlei Abfallprodukte, denn auch Rinde und Sägespäne werden weiterverwendet. Darüber hinaus ist die Raumluft in einem Holzhaus in Fertigbauweise dafür geeignet, um Allergien, Kopfschmerzen, Reiz- und Schlafstörung zu reduzieren. Hinzu kommt aufgrund des hohen Vorfertigungsgrads ein Kostenvorteil, die Produktion der Fertigteile erfolgt ganzjährig, die geringe Wandstärke führt zu einem Nutzflächengewinn und Holz sorgt für einen gut Schallschutz.

Es gibt bei der Fertigbauweise in Holz auch klare Nachteile. Das Material ist eher witterungsempfindlich. Dies betrifft nicht die Innenwände, sondern in erster Linie die Außenfassaden. Wird an den Außenfassaden Holz verarbeitet, dann bedürfen die Fassaden einer regelmäßigen Pflege. Dieser Aufwand kann durch größere Dachüberstand oder andere Schutzmaßnahmen minimiert werden. Es gibt aber auch widerstandsfähige, wartungsarme Hölzer, wie Lärche oder Zeder, die jedoch sehr preisintensiv sind. Ebenfalls kann es bei Holz zu minimalem Dehnen und Schrumpfen im Millimeterbereich kommen und auch gewisse Geräusche, ein leises Knacken, werden sich nicht vermeiden lassen. Ebenfalls kann es je nach Wandaufbau bei einem Fertighaus aus Holz zu einem schnellen Wärmeverlust im Winter und im Sommer zu einem raschen Aufheizen der Innenräume kommen – viele innovative Techniken bieten hier Abhilfe.