Fertigbauweise aus Beton

Der Einsatz von Beton beim Hausbau erfolgt in Form von Betonplatten, die in einem Werk vorgefertigt und auf dem Bauplatz nahezu witterungsunabhängig montiert werden können. Häuser in Fertigbauweise aus Beton zeichnet ein moderner Look und gerade Linie aus. Für die Gestaltung der Fassaden gibt es viele Techniken: Sichtbeton, Strukturbeton oder Klinker. Darüber hinaus zählen Häuser aus Beton zu den Massivhäuser und besitzen viele positive Eigenschaften: robust, langlebig, angenehmes Raumklima und gute Schalldämmung.

Merkmale eines Hauses in Fertigbauweise aus Beton

Bei der Fertigbauweise aus Beton wird auch von der Beton-Elementbauweise gesprochen. Im Massivbau kommen in der Regel Leicht-, Normal- und Schwerbeton zum Einsatz: 1) Leichtbeton enthält Luftporen, die durch Beimischung von Gesteinskörnungen entstehen und wird für Mauersteine, Trennwände, Dachplatten und Fertigteile verwendet; 2) Normalbeton kommt am häufigsten zum Einsatz bei Betonfertigteilen; 3) Schwerbeton entsteht durch die Beimischung von bestimmten Gesteinen, die die Dichte erhöhen und kommt z.B. im Hausbau bei Bodenplatten zum Einsatz.

Die Betonfertigteile können einschichtig, mehrschichtig oder als Doppelwand aufgebaut werden. Jedes Element einer Betonfassade besteht aus einem 3-4 Schichten-Sandwich mit Vorsatzschicht, Luftschicht, Wärmedämmung aus einem Mineraldämmstoff (oder Hartschaumstoff) und Tragschicht. Befestigungssysteme verbinden die Vorsatzschicht mit der Tragschicht. Diese Sandwichelemente besitzen statische, bauphysikalische wie gestalterische Funktionen. Daneben gibt es auch einschichtige Wandtafeln aus Beton, die mittels Anker an ihrer Unterkonstruktion aus Ortbeton oder Systembauteilen aufgehängt werden. Ebenfalls gibt es sogenannte Doppelwände aus mindestens 5 cm starken Stahlbeton-Wandschalen, die auf der Baustelle mit Ortbeton verfüllt werden. Somit schaffen Hohlwände und Massivwände optimale Voraussetzungen für kurze Bauzeiten. Generell werden bei Betonfertigteilen durch computergestützte Planung die exakte Platzierung von Fenstern, Türen, Schaltern und Leitungen vorgeplant und im Werk realisiert.

Vor- und Nachteile

Ein Fertighaus aus Beton bzw. Betonelementen besitzt eine extrem hohe Robustheit gegenüber Witterungseinflüssen. Es punktet auch mit seiner Langlebigkeit und einer positiven Wertentwicklung sowie dem geringen Aufwand bei der Instandhaltung. Ein Sicherheitsaspekt bei Beton ist, dass er selbst bei 100 °C weitgehend fest bleibt und somit optimalen Schutz im Brandfall bietet. Bei modernen Häusern punkten Betonfertigteile mit höchster Belastbarkeit auch bei großen Spannweiten. Es lassen sind auch schmale und hohe Wände realisieren. Fertigteile aus Beton bieten eine immense Gestaltungsfreiheit für Planer und Bauherren und nach dem Aufbau sind Betonteile sofort einsetzbar, was die Bauzeit verkürzt und die Kosten senkt. Generell verbindet sich beim Fertighaus aus Beton Massivität und Langlebigkeit mit einer schnellen und effizienten Art des Bauens.

Zu den Nachteilen von Betonhäusern gehört das Raumklima, denn ohne entsprechende Aufarbeitung der Innenwände nimmt Beton sehr schlecht Feuchtigkeit auf und gibt sie kaum ab. In der Folge kann es ohne zusätzliche Lüftungsanlage oder entsprechender Regulierung zu Feuchtigkeit und Schimmel kommen. Bei Außenwänden aus porigem Beton kann eine zusätzliche Abdichtung notwendig sein. Ferner sollten bei Innenräumen aufgrund der geringen Schalldämmung zusätzliche Maßnahmen eingeplant werden. Auch bei der Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit geht der Daumen bei Beton eher nach unten, denn der benötigte Zement verbraucht bei seiner Herstellung große Mengen an Energie und bedeutet eine erhebliche CO2-Emission. Auf der anderen Seite gibt es auch bei Beton Innovationen, um ihn ressourcenschonender und flexibler zu machen.